Tradition

Bereits im 17. Jahrhundert fertigte eine Gemeinschaft von Glasträgern unter dem Namen Tritschler & Cie. im Schwarzwald Glaswaren. In Körben auf ihrem Rücken trugen sie ihre Erzeugnisse zu Fuß bis nach Stuttgart, wo sie sie auf Jahr- und Wochenmärkten verkauften.

Zu dieser Gemeinschaft gehörte auch der junge Michael Tritschler. 1723 begann er, seinen Traum zu verwirklichen, sich in Stuttgart niederzulassen und hier ein festes Geschäft zu unterhalten. Daran hinderten ihn aber zunächst einflussreiche ortsansässige Glasmeister, die die Konkurrenz des begabten jungen Mannes aus dem Schwarzwald fürchteten. Sie erreichten, dass ihm das Bürgerrecht versagt wurde und er seine Ware weiterhin nur auf Märkten verkaufen durfte.

Michael Tritschler war aber nicht nur ein talentierter Glasbläser und ein ehrgeiziger Kaufmann. Er war auch zielstrebig und hartnäckig. Immer wieder richtete er Gesuche an den herzöglichen Oberrat in Stuttgart. Und schließlich wurden seine Bemühungen belohnt. Er durfte sich in Stuttgart mit einem Verkaufslager am Marktplatz niederlassen. Hier verkaufte er Glaswaren, die er und die anderen Mitglieder der Tritschler & Cie. Glasträger-Gemeinschaft gefertigt hatten.

Das Geschäft wuchs und unter dem Namen Tritschler entstanden neben dem Geschäft in Stuttgart und der Glashütte im Schwarzwald auch Glashütten oder „Glaswaren-Fabriken“ an anderen Orten.

1822 kaufte Michael Tritschlers Nachfolger, Anton Tritschler, das Haus Marktplatz 19, in dem das Angebot des Handelsunternehmens nochmals erweitert wurde. Inzwischen konnte man bei Tritschler neben Glaswaren auch Porzellan, Steingut, Eisenwaren, Zigarren und auch Senf kaufen.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Haus Marktplatz 19 verkauft und das Gebäude Marktplatz 7 erworben. Fortan wurde das Geschäft in diesem Haus betrieben und die Familie von Anton Tritschlers Nachfolger, Rupert Mayer, lebte auch darin. So wurde es zum Geburtshaus des 1876 geborenen zweiten Sohnes von Rupert Mayer. Dieser nach ihm benannte Sohn wurde als Jesuitenpater im 1. Weltkrieg bekannt und wegen seines Widerstandes gegen die Nationalsozialisten während des 2. Weltkrieges nach seinem Tod durch den Papst selig gesprochen.

1902 wurden die alten Häuser am Marktplatz abgerissen und Anton Tritschlers Nachfolger nutzten die Gelegenheit, einen massiven Neubau mit über 500 qm Fläche zu errichten. Die Grundlage für weiteres Wachstum des Unternehmens war damit geschaffen.

Schwere Zeiten hatte das Geschäft vor allem in den beiden Weltkriegen zu überstehen. So wurde bei einem Bombenangriff im Jahr 1944 das Gebäude fast vollständig zerstört. Doch auch diese Situation, die dem Händler die Existenzgrundlage raubte, überstand das Unternehmen. Das Geschäftshaus wurde wieder aufgebaut. Immer mehr Raum wurde für den Verkauf frei gemacht und immer größer wurde das Angebot: Glas Porzellan, Besteck, Silberwaren, Haushaltswaren aller Art, Geschenkartikel, Schmuck, Lampen und Kleinmöbel wurden in kaum zu überbietender Auswahl auf fünf Stockwerken präsentiert.

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts erfolgte eine Konzentration auf die Kernkompetenzen. Das Geschäft mit Lampen und Kleinmöbeln wurde aufgegeben und die frei werdende Verkaufsfläche Ausbau der anderen Sortimentsteile genutzt. Außerdem wurde dadurch Platz geschaffen, um Geschenktische für Brautpaare und Jubilare zu präsentieren sowie um Ausstellungsfläche für die Tochtergesellschaft Tritschler GastroService zur Verfügung zu stellen. Sie bedient Restaurants, Hotels, Kantinen, Krankenhäuser und sonstige gewerbliche Kunden mit Gastronomiebedarf und Firmengeschenken.

Heute gehört Tritschler zu den größten und wichtigsten Handelsunternehmen seiner Branche in Deutschland. Das Stammhaus am Stuttgarter Marktplatz, Tritschler LifeStyle in der Königstraße, Tritschler Esslingen, der Online-Shop unter www. tritschler.com und die Gastronomiebedarfs-Tochter beschäftigen insgesamt fast 100 Mitarbeiter, die jeden Tag danach streben, unsere Kunden ein wenig glücklicher zu machen.

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